Herzlich Willkommen!
+++ aktuell +++
Call for Papers: Südosteuropa und die „Area Studies”
Südosteuropa, oft wahrgenommen als ein historisch wie auch soziokulturell distinkter Raum, ist ein etabliertes Beispiel des interdisziplinären Forschungsfeldes der so genannten „area studies“. Angesichts seiner instabilen politischen Geschichte beschäftigt sich ein guter Teil der Forschungsliteratur in den Geschichts- und Sozialwissenschaften sowie den Kulturstudien mit transterritorialen Themen, wendet Methoden wie den Vergleich an oder konzentriert sich auf Phänomene wie kulturelle Transfers und historische Beziehungen. Bei näherer Betrachtung jedoch scheinen Wissenschaftler und Literatur entlang traditioneller Grenzen von Geschichte und Historiographie gespalten. Studien zum Habsburgerreich zu ungarisch-rumänischen Beziehungen, der Fall von Siebenbürgen, dem „eigentlichen“ Balkan, dem ehemaligen Jugoslawien und andere konstituieren Sub-Regionen, sowohl topographisch als auch in Bezug auf die jeweiligen wissenschaftlichen communities.
In welchem Maße tragen bestimmte methodische Ansätze zu diesem Bild bei? Prädeterminieren sie die räumliche Ausdehnung der wissenschaftlichen Fragestellungen und die Zusammenarbeit? Komparative, transterritoriale Ansätze sind vor allem dort verbreitet, wo Gesellschaften eine gemeinsame Geschichte oder gemeinsame Probleme in der Gegenwart haben. Würden fernere, kontrastivere Vergleiche die Vorstellung von Südosteuropa in wissenschaftlichen Debatten ändern, oder gar die Legitimation der „area studies“ in Frage stellen? Würden methodische Variationen in der Forschung, die sich mit dem Bezug der Region zu „dem Westen“ beschäftigen, andere Muster der Einheit und Vielfalt in Südosteuropa aufzeigen?
Nach dem Ende des „Kalten Krieges“ und angesichts der Globalisierung verschwimmen einstmals klar umgrenzten Regionen. Wie sinnvoll sind angesichts dessen Regionalwissenschaften heute noch. Inwieweit trägt die „Beschränkung“ auf eine Region angesichts globaler Phänomene heute noch? Bzw. ist es umgekehrt nicht ohnehin gang und gäbe, mit einem universalen Wissenschaftsverständnis an regionale Themen heranzugehen? Die Frage nach der Zukunft von „area studies“ im Zeitalter der Globalisierung beinhaltet also allgemein die Frage nach wissenschaftlicher Universalität und Interdisziplinarität - und im Hinblick auf SOE u.a. die Frage nach der Abgrenzung des Untersuchungsgegenstands SOE.
Die Forschungsplattform Südosteuropa ruft zur Einsendung von Essays über die theoretische Konzeptualisierung von „area studies“ sowie von Fallstudien auf, um so zu einer offenen und fruchtbaren Debatte beizutragen. Die Papers sollten jeweils 4.000-5.000 Wörter lang sein. Es ist auch möglich, ein abstact für ein Paper einzusenden, das sich noch im Planungsstadium befindet. Akzeptiert werden nur elektronische Einsendungen im Word-Format an: redaktion [at] fpsoe [dot] de. Bitte beachten Sie die Redaktionsrichtlinien.
Die ausgewählten Beiträge werden auf der Forschungsplattform Südosteuropa veröffentlicht.